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Helferin vor Ort

Mit das Tollste, das wir bisher durch unsere Stände, Berichte und Lesezeichen bewirkt haben:

Gabi aus Dornstetten ist durch die Lesezeichen in der Arkadenbuchhandlung auf uns aufmerksam geworden. Hat sich bei uns über das Projekt informiert und sich Ende 2017 auf den Weg nach Guatemala gemacht um drei Wochen mit BuildingGuate zusammen zu arbeiten.

Hier ihr Reisebericht:

Eine etwas andere Reise in ein etwas anderes Land:

Da steh ich nun in der Arkadenbuchhandlung in Freudenstadt, endlich einen Kalender für das neue Jahr gefunden, und da seh ich sie, diese Lesezeichen & Visitenkarte von „Träume schenken“.
Naja ok, kann man ja mal mitnehmen, und sich anschauen.

Die Bilder haben mich nicht mehr losgelassen. Die Bilder der Kinder in Esquintla bei der Müllkippe. Auf einmal hatte ich so die wilde Idee, vielleicht könnte ich mir das mal vor Ort anschauen.
Aus der wilden Idee wurde Realität.

Es fand ein Treffen mit Sarah und Barbara statt, die dann den Kontakt zu Phoebe und Oscar in Guatemala herstellten. Es brauchte Geduld, bis dann doch endlich Monate später klar war, dass ich kommen bzw. wann ich kommen kann.

November 2017 drei Wochen, für eine Unterkunft ist gesorgt, ok prima. Es kann ans Flüge buchen gehen.
November 2017: da stehe ich nun abends um 21:30 in Guatemala City am Flughafen.
Wer wird mich wohl abholen?
Ich weiß nur, dass mich jemand abholt. Und da stehen sie dann, Oscar, Phoebe und die kleine Maus Olivia.
Ich bin total gespannt, aber ich habe auch ganz schön Angst vor den nächsten 3 Wochen. Was wird alles auf mich zukommen, schaffen ich das, kann ich das aushalten, das unvorstellbare Leben und Leid der Kinder dort zu sehen, mitzuerleben.
Dienstag morgen 4:15: Abholung durch ein Mitarbeiter von Buildinguate; „muy temprano“, mega früh am Morgen, bin hundemüde und echt gespannt wie das wird; zusammen mit einer Gruppe Amerikaner geht’s los nach Esquintla zum „land of hope“, neben der Müllkippe. Es wird wärmer und wärmer auf der Fahrt. Die Klimaanlage im Fahrzeug wird gebraucht. Und dann biegen wir auf eine Schotterpiste ab; es riecht schon nach Biotonne, gelber Sack, Restmüll, Hochsommer, über 30 Grad, mega hohe Luftfeuchtigkeit, es stinkt nach allem, Qualm steigt auf, man sieht Rauchschwaden aufsteigen.

Und dann sind wir da, angekommen am land of hope. Die Freude der Kinder ist rießig als sie das Fahrzeug von Buildinguate ums Eck biegen sehen. Einige laufen jubelnd auf uns alle zu, selbst auf uns Fremde. Sie freuen sich auf die Suppenküche, auf das Programm für die Kinder, sie freuen sich einfach, dass wir da sind, Zeit für sie haben, es gut mit ihnen meinen.
Mir verschlägt es die Sprache; nicht gleich sofort, aber nach und nach. Mit jedem Tag, den ich hierher komme, wird mir bewusster, was für ein Geschenk, dass ich hier in Deutschland auf die Welt kommen durfte; welch unverdientes Geschenk!

Sie sind so dankbar. Die Mamas für eine warme Suppe, die wir zusammen kochen, für die Lebensmittel, die sie bekommen. Für das Milchpulver das sie als Stillende und für Babies erhalten. Die Kinder sind so dankbar, dass wir mit ihnen spielen, sie einfach auf den Arm nehmen und sie sich an uns kuscheln können.

Eines morgens steht ein kleiner ca. 10 Jahre alter Junge vor mir, Jose Julian. Strahlt mich an, als ich aus dem Fahrzeug aussteige. An diesem Morgen war ich irgendwie im Selbstmitleidsmodus, weil es mir schlecht war, mir hundeelend ging, die Unterkunft nicht wirklich der Brüller, und für mein Sicherheitsempfinden schlicht und einfach nicht sicher; mich das ständig kalte Duschen und das sehr einfache eintönige Essen langsam nervte; Nun steht er vor mir. Und fragt mich auf spanisch, Cómo estás?, „wie geht’s Dir?“ Naja, ich sage geht so, ok, danke. Dann frage ich ihn, wie es ihm geht; „y tu?“ Und er sagt freudestrahlend, „excelente, gracias a Dios.“ Exzellent, Gott sei Dank! Und ich schäme mich so für meine Antwort.
Er ist so dankbar für so wenig, und wie oft sind wir dankbar, für so vieles was wir haben!!??

Es waren 3 harte Wochen, in jeglicher Hinsicht. Und doch möchte ich diese Zeit, die Erfahrungen und Begegnungen mit den Menschen in Guatemala nicht missen.